React und Next.js – was steckt hinter den Begriffen?
Wenn Sie eine Offerte für eine neue Website einholen, stossen Sie früher oder später auf Begriffe wie React oder Next.js. Beide klingen technisch, meinen aber im Kern etwas Einfaches: Es sind Werkzeuge, mit denen Entwickler Websites und Webanwendungen bauen. Hier eine Einordnung ohne Fachjargon.
Was ist React?
React ist eine von Facebook entwickelte Bibliothek für Benutzeroberflächen. Statt eine Seite als ein grosses Ganzes zu programmieren, wird sie in einzelne Bausteine zerlegt: Navigation, Produktkarte, Kontaktformular, Warenkorb. Jeder Baustein funktioniert für sich und lässt sich beliebig oft wiederverwenden.
Der praktische Vorteil: Wenn Sie später das Aussehen aller Produktkarten ändern wollen, passt man einen Baustein an – nicht dreissig einzelne Seiten. Bei Websites mit vielen wiederkehrenden Elementen spart das Zeit und reduziert Fehler.
React allein reicht für eine klassische Website allerdings nicht. Es kümmert sich nur um die Darstellung im Browser. Themen wie Adressen einzelner Seiten, Suchmaschinenoptimierung oder Ladezeiten löst React nicht von sich aus.
Und Next.js?
Genau da setzt Next.js an. Es ist ein Framework, das auf React aufbaut und die fehlenden Teile mitliefert. Die wichtigsten Punkte:
- Server-Rendering: Die Seite wird auf dem Server fertig aufgebaut und ausgeliefert. Das ist wichtig, weil Suchmaschinen so den Inhalt zuverlässig lesen können.
- Seitenstruktur: Jede Datei entspricht einer Adresse. /kontakt, /leistungen, /blog – ohne zusätzliche Konfiguration.
- Bilder und Ladezeit: Bilder werden automatisch in passender Grösse und in modernen Formaten ausgeliefert.
- Kombinierte Ansätze: Statische Seiten wie das Impressum lassen sich vorab generieren, dynamische Bereiche wie ein Buchungskalender bleiben live.
Wann ist das sinnvoll für ein KMU?
Next.js lohnt sich, wenn Ihre Website mehr können soll als Text und Bilder zeigen. Typische Fälle:
- Ein Online-Shop mit Filterung, Konfigurator oder Preisrechner
- Ein Kundenportal mit Login und persönlichen Daten
- Eine Buchungs- oder Terminplattform
- Eine Website, die Daten aus Ihrem ERP oder einer Warenwirtschaft zieht
- Sehr grosse Websites, bei denen Ladezeit geschäftskritisch ist
In diesen Situationen zahlt sich der technische Aufwand aus, weil die Anwendung sauber wächst und sich Schnittstellen zu anderen Systemen gut anbinden lassen.
Wann besser nicht
Für eine Firmenwebsite mit zehn bis zwanzig Seiten, einem Blog und einem Kontaktformular ist Next.js meist überdimensioniert. WordPress oder ein vergleichbares CMS ist günstiger in der Umsetzung, und Sie können Inhalte selbst pflegen, ohne dass jemand Code anfasst.
Ein Punkt, den man nicht unterschätzen sollte: Bei einer Next.js-Website brauchen Sie in der Regel ein separates Redaktionssystem, wenn Sie Texte selber ändern wollen. Das ist machbar, erhöht aber Komplexität und Kosten. Auch bei der Wartung sind Sie stärker auf einen Entwickler angewiesen als bei einem Standard-CMS.
Die richtige Frage stellen
Diskutieren Sie mit Ihrem Dienstleister nicht über Technologien, sondern über Anforderungen. Was soll die Website in drei Jahren können? Welche Systeme müssen angebunden werden? Wer pflegt die Inhalte? Aus diesen Antworten ergibt sich die passende Technik – nicht umgekehrt.
Wenn jemand Next.js vorschlägt, ohne diese Fragen gestellt zu haben, fragen Sie nach dem Warum. Eine gute Begründung gibt es fast immer – oder eben nicht.