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Webdesign für KMU: Worauf es wirklich ankommt

Wenn Firmeninhaber über Webdesign sprechen, geht es meistens um Farben, Schriften und Bilder. Das ist der sichtbare Teil, aber der kleinere. Der grössere Teil ist die Frage, ob Besucher auf Ihrer Website finden, was sie suchen, und ob sie danach Kontakt aufnehmen. Dieser Beitrag zeigt, welche Entscheidungen dabei ins Gewicht fallen.

Struktur kommt vor Optik

Bevor überhaupt eine Farbe festgelegt wird, sollte klar sein: Wer kommt auf die Website, und was will diese Person? Bei den meisten KMU sind das drei bis vier Gruppen – potenzielle Kunden, bestehende Kunden mit einer konkreten Frage, Bewerber, manchmal Lieferanten oder Partner.

Aus diesen Bedürfnissen ergibt sich die Navigation. Eine Website mit fünf klaren Menüpunkten funktioniert in der Regel besser als eine mit zwölf, bei der niemand weiss, ob «Leistungen», «Angebot» oder «Was wir tun» gemeint ist. Doppelte Einträge und Fantasiebegriffe kosten Besucher.

Praktischer Test: Schreiben Sie die fünf häufigsten Fragen auf, die Sie am Telefon beantworten. Wenn ein Besucher jede davon in maximal zwei Klicks auf Ihrer Website findet, ist die Struktur brauchbar.

Die Startseite ist keine Broschüre

Eine Startseite muss in wenigen Sekunden drei Dinge klären: Was machen Sie, für wen, und wo geht es weiter. «Willkommen auf unserer Website» klärt keines davon. Ein konkreter Satz wie «Sanitärinstallationen und Notfalldienst in der Region Winterthur» tut es.

Darunter folgen Verweise auf die wichtigsten Unterseiten und ein klarer Weg zur Kontaktaufnahme. Alles Weitere – Firmengeschichte, Werte, Teamvorstellung – gehört auf eigene Seiten, wo es Interessierte gezielt lesen können.

Mobil ist der Normalfall

Ein grosser Teil der Besucher kommt über das Smartphone. Das heisst nicht, dass die Desktop-Version unwichtig ist, aber die mobile Ansicht darf keine Notlösung sein. Typische Probleme, die dabei auffallen:

  • Telefonnummern, die nicht anklickbar sind
  • Tabellen, die horizontal aus dem Bild laufen
  • Buttons, die zu klein oder zu dicht beieinander liegen
  • Formulare mit zu vielen Feldern, die auf einem kleinen Display mühsam sind
  • Grosse Bildflächen, die den eigentlichen Inhalt nach unten drücken

Prüfen Sie eine neue Website immer auf Ihrem eigenen Telefon, nicht nur auf dem Bürobildschirm.

Ladezeit ist Teil des Designs

Eine Seite, die langsam lädt, wird oft gar nicht gesehen. Die häufigste Ursache bei KMU-Websites sind unkomprimierte Bilder: Fotos direkt aus der Kamera, mehrere Megabyte gross, im Browser auf Briefmarkenformat verkleinert. Das Bild wird trotzdem vollständig geladen.

Weitere Bremsen sind eingebundene Videos auf der Startseite, zu viele Schriftarten, Slider mit fünf Bildern und Plugins, die ursprünglich für einen einzelnen Zweck installiert wurden und heute niemand mehr braucht. Weniger Bausteine bedeuten weniger Wartung und weniger Fehlerquellen.

Lesbarkeit statt Effekte

Text auf einer Website wird anders gelesen als in einem Prospekt: überflogen, quergelesen, nach Stichworten abgesucht. Was dabei hilft:

  • Schriftgrösse von mindestens 16 Pixel für den Grundtext
  • Ausreichender Kontrast – grauer Text auf hellgrauem Grund ist für viele Menschen kaum lesbar
  • Zeilenlängen, die nicht über die volle Bildschirmbreite gehen
  • Kurze Absätze und Zwischentitel, die den Inhalt beschreiben
  • Links, die man als Links erkennt

Animationen, die bei jedem Scrollen etwas einblenden, wirken beim ersten Besuch interessant und beim dritten störend. Sparsam einsetzen.

Bilder: eigene statt gekaufte

Stockfotos von lachenden Menschen in Meetingräumen sagen über Ihr Unternehmen nichts aus. Fotos Ihrer Werkstatt, Ihres Teams, Ihrer fertigen Arbeiten sagen viel. Sie müssen nicht perfekt sein, aber sie sollten echt sein und ordentlich belichtet.

Wenn eigene Bilder fehlen, ist ein sauber gestaltetes Layout mit Text und Farbflächen die bessere Wahl als beliebige Kaufbilder.

Vertrauen entsteht durch Details

Besucher, die einen Auftrag erteilen wollen, suchen nach Belegen, dass es Ihr Unternehmen tatsächlich gibt. Dazu gehören eine vollständige Adresse, eine Telefonnummer, Öffnungszeiten, ein Impressum und eine verständliche Datenschutzerklärung. Auch Referenzen und konkrete Projektbeispiele helfen – aber nur echte.

Ebenso wichtig: Aktualität. Eine Website mit einer Neuigkeit von 2019 als jüngstem Beitrag wirkt verlassen. Wenn Sie keine Zeit für regelmässige Beiträge haben, verzichten Sie besser auf den News-Bereich.

Woran Sie ein brauchbares Ergebnis erkennen

Am Ende eines Webdesign-Projekts sollten Sie folgende Fragen mit Ja beantworten können:

  1. Versteht ein Fremder in fünf Sekunden, was Ihr Unternehmen anbietet?
  2. Findet er die Kontaktmöglichkeit ohne Suchen?
  3. Funktioniert alles auf dem Smartphone genauso gut?
  4. Können Sie Texte und Bilder selbst anpassen, ohne jedes Mal jemanden anzurufen?
  5. Wissen Sie, wer die Website technisch aktuell hält?

Der letzte Punkt wird oft vergessen. Eine Website ist kein einmaliges Projekt, sondern braucht Updates, Backups und gelegentlich eine Korrektur. Wer das von Anfang an einplant, spart sich später den kompletten Neuaufbau.

Fazit

Gutes Webdesign fällt nicht auf, es funktioniert einfach. Wenn Besucher schnell finden, was sie suchen, und Sie mehr sinnvolle Anfragen erhalten, hat die Gestaltung ihre Aufgabe erfüllt – unabhängig davon, ob die Seite besonders auffällig aussieht.

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